FAQ – Häufig gestellte Fragen

 

1) WAS KÖNNEN SIE TUN?

  • Bevor Sie ein exotisches Tier oder eine exotische Pflanze erwerben, sollten Sie sicherstellen, dass eine Haltung dieses Tiers bzw. dieser Pflanze gestattet ist
  • Informieren Sie Ihre regionalen zuständigen Behörden darüber, dass Sie Haustiere halten, die in der Liste der IGA-Verordnung aufgeführt sind, dass Sie diese jedoch erworben haben, bevor die Liste in Kraft getreten ist
  • Setzen Sie Ihre exotischen Haustiere niemals in die Umwelt frei und stellen Sie sicher, dass sie nicht aus ihrer Behausung entkommen können
  • Vermeiden Sie, dass sich exotische Pflanzen über Ihren Garten hinaus ausbreiten
  • Kaufen Sie einheimische Pflanzen für Ihren Garten, Ihren Teich bzw. Ihr Aquarium
  • Entsorgen Sie Pflanzen aus Ihrem Aquarium oder Teich niemals in Gräben, Flüssen oder Seen, sondern in Kompostbehältern
    • Eine Broschüre über die Verwendung und Entsorgung von Wasserpflanzen finden Sie hier
  • Haben Sie exotische Arten in der freien Natur gesehen? Dann melden Sie diese bitte auf einer der folgenden Webseiten:
  • Weitere praktische Tipps: http://www.1001fuerdiebiodiversitaet.be/de/tips

2) FINDET DIESE VERORDNUNG AUCH AUF GEBIETSFREMDE ARTEN ANWENDUNG, DIE SICH AUFGRUND DES KLIMAWANDELS AUF NATÜRLICHE WEISE ANGESIEDELT HABEN?

Nein. Arten, die aufgrund des Klimawandels in die EU gelangen, werden nicht als gebietsfremde Arten betrachtet, da sie keine ökologischen Hindernisse überschritten haben und nicht in einen völlig neuen Lebensraum gelangt sind. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen Anpassungsprozess.

3) WARUM SIND BEKANNTE IGA WIE DER JAPANISCHE STAUDENKNÖTERICH NICHT IN DER LISTE AUFGEFÜHRT?

DieListe invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung ist nicht erschöpfend und umfasst nicht alle invasive Arten, die sich in Europa stark ausbreiten. Manche bekannte IGA sind nicht in der Liste aufgeführt, weil für sie keine Risikobewertung vorgenommen wurde (siehe „Arten“-Registerkarte), weil in der Risikobewertung Informationen fehlen, die die Verordnung vorschreibt, oder weil es keine ausreichenden Nachweise dafür gibt, dass die Art die Kriterien für eine Aufnahme in die Liste erfüllt. Insbesondere für den Japanischen Staudenknöterich können keine ausreichenden Nachweise dafür erbracht werden, dass eine Aufnahme in die Unionsliste seine nachteiligen Auswirkungen kosteneffizient verhindern, minimieren oder abschwächen würde.

4) WAS GESCHIEHT, WENN EINE INVASIVE GEBIETSFREMDE ART NICHT IN DER EU-LISTE AUFGEFÜHRT IST?

Es liegt im Ermessen eines jeden Mitgliedstaats, ob es gegen eine IGA, die sich auf seinem Gebiet angesiedelt hat, aber auf europäischer Ebene nicht gelistet ist, vorgehen möchte. Außerdem haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, invasive gebietsfremde Arten auf eine Liste von nationaler Bedeutung zu setzen und zu entscheiden, ob relevante Maßnahmen gemäß Artikel 12 der IGA-Verordnung getroffen werden. In Belgien ist diese Vorgehensweise in dem Kooperationsabkommen festgelegt.

5) SOLLTE JEDE GEBIETSFREMDE ART BESEITIGT WERDEN?

Nein. Gebietsfremde Arten sind nur von Bedeutung, wenn sie sich nachteilig auf die Artenvielfalt, die Ökosystemdienstleistungen und die Wirtschaft auswirken. Nur dann werden sie als invasive gebietsfremde Arten bezeichnet.

Wenn eine invasive gebietsfremde Art in die Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgenommen wird, müssen die Mitgliedstaaten für die Arten, die sich bereits auf ihrem Staatsgebiet befinden, Managementziele festlegen. Zu diesen Managementzielen gehören die Beseitigung, aber auch die Eindämmung (bei der darauf geachtet wird, dass die Art ungeachtet ihrer Anzahl auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt bleibt) oder Kontrolle (bei der dafür Sorge getragen wird, dass sie sich nicht vermehrt). Oder aber es wird nichts unternommen, sollte es keine (kosten-)effizienten Maßnahmen geben, um die Art zu bekämpfen. Tritt eine Art erstmals auf einem Gebiet auf, sollte die Population vollständig und endgültig beseitigt werden.  

6) DARF ICH EXOTSICHE ARTEN, DIE IN DER LISTE DER IGA-VERORDNUNG AUFGEFÜHRT SIND, ALS HAUSTIERE HALTEN?

Ja, Privatbesitzer von Haustieren, die diese vor Inkrafttreten der Verordnung erworben haben, können ihr Tier bis zu seinem natürlichen Ableben behalten, wobei es derart gehalten werden muss, dass es nicht entkommen oder sich fortpflanzen kann. Dabei dürfen Sie Ihr Tier nur transportieren, wenn es um dessen Wohlergehen geht, z. B. für einen Besuch beim Tierarzt, für die Unterbringung in einem Tierheim oder bei einem Umzug. Sie müssen Ihr Tier nicht kastrieren oder sterilisieren lassen, jedoch sind Sie dafür verantwortlich, dass geeignete Maßnahmen zur Verhinderung einer Fortpflanzung ergriffen werden. Die IGA-Verordnung verlangt keine Lizenz für die Haltung Ihres Haustieres, aufgrund anderer gesetzlicher Bestimmungen könnte jedoch eine solche Lizenz erforderlich sein. Bitte informieren Sie sich auf der Webseite der zuständigen Behörden, ob Sie die diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften erfüllen.

7) WAS KÖNNEN SIE TUN, WENN SIE EINE GELISTETE ART IN FREIER NATUR ENTDECKEN?

Auch die Bürger können dazu beitragen, eine Ansiedlung gelisteter IGA einzudämmen, indem sie im Überwachungssystem, das von den in Belgien für die Umsetzung der IGA-Verordnung zuständigen Behörden eingerichtet wurde, ihre Beobachtungen mitteilen. Es wird empfohlen, einer solchen Mitteilung eine digitale Aufnahme der beobachteten Art beizufügen, um den diesbezüglichen Bewertungsprozess zu erleichtern.

Ihre Beobachtungen können Sie auf folgenden Webseiten mitteilen:

8) SOLLTE BELGIEN GEGEN ARTEN ANGEHEN, DIE IN BELGIEN NICHT INVASIV WERDEN KÖNNEN?

Einige Arten werden eventuell als für Belgien unproblematisch angesehen und könnten sogar für das Land wirtschaftlich oder kulturell von Nutzen sein, während sie vielleicht in anderen Gebieten große Schäden anrichten könnten. Eine gebietsabhängige Ausnahmeregelung ist keine Option, da einer der Grundpfeiler der Europäischen Union der Binnenmarkt bzw. der Gemeinsame Markt ist, der einen freien Warenverkehr garantiert. Bei der Invasivität können regionale Besonderheiten nicht berücksichtigt werden, denn wenn eine gebietsfremde Art auf das Gebiet der EU gelangt, kann eine Ausbreitung oder der Transport in einen anderen Mitgliedstaat und in Lebensräume, die sich für eine Ansiedlung eignen, nicht ausgeschlossen werden. Außerdem gibt es im Zeitalter der Erderwärmung keine Garantie dafür, dass diese gebietsfremden Arten in Gebieten, in denen sie für die Ökosysteme bislang noch kein Problem darstellen, nicht doch eines Tages invasiv werden.

9) WERDEN IGA VON UNIONSWEITER BEDEUTUNG GANZ VERBOTEN? 

Nein, sie werden nicht unbedingt verboten. Die IGA-Verordnung sieht einige wenige Ausnahmeregeln vor. Diese Ausnahmeregeln gestatten Einrichtungen, in ihren Mitgliedstaaten Genehmigungen für die Haltung bestimmter gelisteter Arten zu beantragen, um Ex-situ-Erhaltungen (d. h. Artenerhaltung außerhalb ihrer Herkunftsregion) oder Forschungsarbeiten durchzuführen oder medizinische Anwendungen zu entwickeln. Auch andere Verwendungsmöglichkeiten können gestattet werden, aber nur in Ausnahmefällen, z. B. aus Gründen eines zwingenden öffentlichen Interesses, das beispielsweise sozialer oder wirtschaftlicher Natur ist. In allen Fällen muss garantiert werden, dass die Arten unter Verschluss gehalten werden.

10) WAS IST MIT KOMMERZIELLEN BESTÄNDEN GELISTETER ARTEN? 

Die Verordnung sieht Übergangsbestimmungen für kommerzielle Bestände vor. Gewerbliche Eigentümer haben 12 Monate Zeit, ihre Bestände abzubauen, z. B. durch den Verkauf gelisteter Arten an nichtgewerbliche Besitzer, die in der Lage sind, diese Arten bis zu ihrem natürlichen Ableben zu halten, vorausgesetzt, dass diese Arten unter Verschluss gehalten und transportiert werden und dass alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, dass sie sich fortpflanzen oder entkommen. Restbestände nach dieser zwölfmonatigen Übergangsfrist müssen entweder zerstört oder in eine Einrichtung gebracht werden, die eine von den belgischen Behörden ausgestellte Genehmigung für eine Haltung dieser Art besitzt.